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Kapitel 5: Bittersweet

Es war eine selten gekannte Einigkeit, welche die professionellen Kritiker der Zeitungen mit den gut 5000 Zuschauern verband, die das Rockmusical „Bittersweet“ von der Uraufführung im Dezember 2003 in der Kirchheimer Gemeindehalle bis zur letzten Aufführung 2005 im Forum am Schlosspark in Ludwigsburg gesehen haben. „Die Herzenssachen werden sehr einfühlsam präsentiert“, titelte die Heilbronner Stimme nach der Premiere des Projektes der Kirchheimer Band Profil und des Blues- und Rockchores Young Chorporation. „Der Chor hat seine berührendsten Passagen, wenn er a cappella singt, die live eingespielten Songs – alles Eigenkompositionen – gehen ins Ohr und werden von Profil hervorragend interpretiert“, urteilte die Ludwigsburger Kreiszeitung, während die Stuttgarter Zeitung „Tränen in den Augen oder zumindest einen Kloß im Hals“ der Zuschauer gespürt haben will. „Kirchheimer Musical-Akteure beweisen viel Mut zum Experiment“, meinte die Bietigheimer Zeitung und lobte nicht nur die „mehrschichtige Story“, sondern auch deren Umsetzung: „Während im Vordergrund alle Darsteller ihre Handlung weiterspinnen und einem Höhepunkt zuführen, der schließlich die Wende bringt, während Chor, Band, Tänzerinnen und Technik das Musical zur perfekten Inszenierung machen, laufen im Hintergrund Liveaufnahmen der Musiker über die Leinwand. Das Fazit: stürmische Begeisterung.“

Es war exakt diese Begeisterung, die das gesamte Bittersweet-Ensemble getragen hat. Für die Autoren Götz Schwarzkopf, Volker Kießling und Holger Gayer über die Regisseurin Stefanie Larson, die Tänzerinnen um Marietta Kopriva-Vogelmann, die Musiker, die Schauspieler und die Sängerinnen und Sänger der Young Chorporation schlossen sich in dieser Zeit viele Kreise – und eröffneten sich gleichzeitig neue Horizonte. Für Uwe Wallner zum Beispiel war Bittersweet das erste Projekt, das er mit der Young Chorporation erlebte. „Es war ein einzigartiges Erlebnis – sowohl in musikalischer Hinsicht als auch im Blick auf die Stimmung im Team“, sagt der zweite Vorsitzende des Liederkranzes nun, anderthalb Jahrzehnte später.

Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm die Young-Chorporation-Dirigentin Teresa Schuh in der Rolle des Engels. „Wer sie war? Vielleicht die Botschafterin des Lebens, die Euch begleitet und inspiriert. Vielleicht die, die Euch Sehnsucht gibt. Und die Kraft, um Euch auszuhalten – und die Menschen, die Ihr liebt. Das war ihr Text, das war ihre Rolle. Geleichzeitig hat sie immer betont: ,Das bin ich nicht wirklich!’“

Wenn die Young Chorporation am 11. und 12. Mai 2019 mit ihrem Jubiläumsprogramm „Es war einmal – das Märchen der Young Chorporation“ in der Kirchheimer Gemeindehalle auftritt, werden die 40 Sängerinnen und Sänger ein Lied aus „Bittersweet“ dabei haben: „Hook Line“ und „Vater“. Eintrittskarten zum Preis von 12 Euro (8 Euro für Schüler und Studenten) gibt es im Dorfladen im Kirchheimer Ortszentrum, in der Obsthalle an der B27 zwischen Lauffen und Kirchheim sowie im Eine-Welt-Laden in Lauffen.